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Geschichte  Karow

Als Siedlung „Kare" fand das heutige Dorf  Karow zum ersten Mal 1193 eine Erwähnung, Ein Bartholomeus de Chare gilt als der Gründer des Ortes. Im Magdeburgisch – erzbischöflichen Lehnsregister wird Kare 1370 - 1400 als zum Burgwart Plaue gehörig genannt. Im Mittelalter bezeichnete man Karow als Pfarrdorf mit Rittergut.
Die Schreibweise des Ortsnamens erfuhr mehere Änderungen. So schrieb man 1459 Carov, 1500 Chare, 1562 Kara und noch 1928 hieß Karow im Amtsdeutsch Carow. Das hiesige Rittergut wechselte im Laufe der Geschichte häufig den Besitzer. Namen wie von Werder, von Alvensleben, von Bardeleben und von Byerm erscheinen, vom 14.Jahrhundert an bis zum Ende des 17, Jahrhunderts in den Lehnsbüchern. Einen besonderen Einfluß auf Entwicklung und Aussehen Karo hatte die Familie von Printzen. Nach dem Kauf des Gutes erhielt Obenmarschall von Printzen durch Preußenkönig Friedrich I das Patronat über die Karower Kirche geschenkt. Von Printzen führte den 1703 begonnenen Bau einer Kirche im Stil des italienischen Barock weiter. Diese wurde im Jahre 1712 eingeweiht.

Das in barocker Bauweise errichtete Schloss wurde im Jahre 1710 von der Familie von Printzen erbaut.
Etwa zur gleichen Zeit begann auf Veranlassung des Obermarschalls von Printzen der Bau des zweigeschossigen Herrenhauses. Auf dem ehemaligen Rittergut entstand ein dreiflügeliger Barockbau mit hufeisenförmigem Grundriß in einer 15 ha großen Park, die nach der Errichtung des Schlosses in Form eines französischen Gartens angelegt und später anglisiert wurde. 1773 erbte die Tochter von Printzens,  Elisabeth Luise Sophie, die den Hofmarschall Wilhelm Friedrich Heinrich von Wartensleben heiratete, das Gut.  Die Familie von Wartensleben blieb bis zur Enteignung 1945 Besitzer des Gutes.
Leider ist von der einstigen prunkvollen Ausstattung des Schlosses nicht mehr erhalten. So fielen beispielsweise der Delfter Kachelsaal, zahlreiche Gemälde der preußischen Monarchen und ein Saal mit gemalter Leinwand - Tapeten 1945 den Zerstörungen und Plünderungen zum Opfer. Ebenso verschwand der seit 1889 in Innenhof des Schlosses stehende, 5 m hohe Granitobelisk,  welcher bronzene Medaillonbildnisse der letzten vier preußischen Könige trug. Trotz der Umgestaltung des Schlosses innen und außen von 1951 bis 1999 war hier eine Grundschule untergebracht, bietet das Gebäude auch noch heute sehenswerte Details. So sind die drei Mansardengiebel auf der Parkseite mit Putten verziert, hofseifig schmücken Sandsteinvasen den Bau.

Anziehungspunkt der Gemeinde Karow ist die fast 300 Jahre alte Barockkirche Karow.
Die Parkanlage bietet die Möglichkeit für ausgedehnte Spaziergänge unter alten Laubbäumen, im Frühjahr erfreuen auch seltene, unter Naturschutz stehende Frühblüher die Besucher.
Ein Fußweg verbindet das Schloß im Park mit dem Ruhegarten südlich vom Kirchhof. Dort Befinden sich die Gruftender Familie von Wartensleben. Diese Grabanlage,  umgeben von alten Laubbäumen, vermittelt in ganz besonderer Weise eine Beziehung  zur Geschichte Karows.
Ein bedeutender Sohn Karows ist der am 13.04.1690 geborene Orgelbauer Joachim Wagner.
Die Orgelbaukunst Berlins wurde durch ihn maßgeblich beeinflußt. Die Orgeln in der Marienkirche zu Berlin, im Dom von Brandenburg sowie in den Heiligen - Geist - Kirchen Potsdam und Magdeburg zählen zu seinen Arbeiten. Die heutigen Einwohner Karows versuchen, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im
Rahmen der Dorferneuerung miteinander zu verbinden. So sollen historische Besonderheiten des Dorfes bewahrt bzw. wiederhergestellt werden. Gleichzeitig soll das Augenmerk darauf gelegt werden, die Dorferneuerung voranzutreiben und einen Ort zu entwickeln, in dem auch junge Leute sich heimisch fühlen und sich in die Dorfgemeinschaft einbringen.

 

Die Parkanlage bietet die Möglichkeit für ausgedehnte Spaziergänge unter alten Laubbäumen,
Blick vom Kirchturm
Der 1994 gegründete Heimatverein und die Freiwillige Feuerwehr organisieren kulturelle Höhepunkte, wie beispielsweise das alljährliche Erntedankfest mit Umzug blumen- und früchtegeschmückter Wagen.