| Die Gemeinde Wörmlitz mit ihren rund 550 Einwohnern ist
umgeben von Acker und Wald. In einer Urkunde, die am 28. September 992 in der
Burg Botfeld im Harz ausgestellt und gesiegelt wurde, wird Wörmlitz unter dem
Namen Uirbinizi erstmalig erwähnt. Allerdings ist das Dokument keine Gründungsurkunde, sondern eine Tauschurkunde. Nach dem Abzug der Germanen lebten
im Ort die Slawen vom Stamme der Marcane. Diese waren auch die Gründer des Ortes.
König Heinrich I. und dessen Sohn Otto I. eroberten das Gebiet zwischen Elbe und
Oder und somit auch Wörmlitz. Etliche Gaugrafen und Burgvögte versuchten auf
eigene Faust zu Besitz und Reichtum zu gelangen, was viel Entbehrungen für die Bevölkerung mit sich brachte. Der Dreißigjährige Krieg und die Feldzüge Napoleons
ließen wie überall, so auch in Wörmlitz ihre Spuren. Die Zeit der Industrialisierung brachte für den Ort Veränderungen mit sich, die
in der Durchsetzung nicht in jedem Fall akzeptiert wurden. So wurde zum Beispiel
die Eisenbahnstrecke Magdeburg-Loburg weiträumig um Wörmlitz gelegt, weil sich
einflussreiche Bauern der Streckenführung direkt am Ort vorbei wiedersetzten. Als
aber im Jahre 1895 das erste Fahrrad gesichtet wurde, gab es keinen Tumult. Seit
dem Jahre 1910 gibt es in Wörmlitz Elektrostrom und das Radio fand nach dem
Ersten Weltkrieg die Zustimmung der Bürger. |