| Die knapp 500 Einwohner zählende Gemeinde Stegelitz
ist sanft in die Ausläufer des Flämings eingebettet und wird von der Straße der
Romanik tangiert. Der Ort liegt 10 km südlich der Kreisstadt Burg. Stegelitz ist
ein Pfarrdorf wendischen Ursprungs. Die Gemeinde wurde erstmals um 946 gemeinsam
mit anderen Ortschaften der Burgwardei Grabow urkundlich erwähnt. Der Name
Stegelitz lässt verschiedene Deutungen zu. Er überliefert die altslawische Form
für "Stiegelitz" oder "Diestelfink" fast lautgenau. Eine andere Deutung weist auf
die Leute von der Stege (Torfstecher) hin. Die Gemeinde hatte in den vergangenen Jahrhunderten eine wechselvolle Geschichte.
Im Jahre 1306 verkaufte das Domkapital zu Magdeburg umfangreiche Liegenschaften,
darunter auch Stegelitz, an den Bischof von Brandenburg. Ab dieser Zeit wechselten ständig die Lehensherren. Am 28. Oktober 1533 wurden durch den
so genannten "Zerbster Vertrag", abgeschlossen durch den Kardinal und Erzbischof
von Magdeburg und Kurfürst Joachim der I. von Barndenburg, die Streitigkeiten und
Fehden zwischen den unterschiedlichen Adelshäusern beendet. Stegelitz kam damit
endgültig zur Mark Brandenburg. Im 18. und 19. Jahrhundert nahm der Ort eine gedeihliche Entwicklung.
Landwirtschaft und Handwerk blühten. Zu dieser Zeit entstanden viele Bauerngehöfte mit ihren schmucken Torbögen. Zwischen 1850 und 1860 wurden vom
Gutsbesitzer Meißner große Teile der Ackerflächen aufgekauft. Dieses landwirtschaftliche Gut ging allerdings 1934/35 in den wirtschaftlichen Ruin.
Durch die Aufsiedlung entstanden 25 kleinere Bauernwirtschaften. Die
so genannte
Reichsmustersiedlung wurde am alten Ortskern errichtet. Familien aus vielen
Teilen Deutschlands wurden hier heimisch. Aus den Wirren des 2. Weltkrieges ging
das Dorf, betrachtet man nur den Gebäudebestand, relativ unbeschadet hervor.
Unermesslich jedoch war das Leid für zahlreiche Familien, die ihre Väter und
Söhne auf den Schlachtfeldern verloren haben. |
| Nach 1949, mit der Gründung der ehemaligen DDR, nahm die Politik der
Zwangskollektivierung ihren Lauf. Die Bauern wurden mit einem hohen "Abgabesoll"
belegt, was sie meist nicht erwirtschaften konnten. Aus Angst vor Zwangsmaßnahmen
verließen viele Familien ihre Heimat gen Westen. Der wirtschaftliche Abschwung
und Verfall des Dorfes waren vorprogrammiert. Mit der politischen Wende 1990 ergaben sich Möglichkeiten, den wirtschaftlichen
Abschwung und den Verfallsprozess aufzuhalten. Nicht geringe Mittel konnte in die
Sanierung der Infrastruktur gesteckt werden. Mit der Erschließung eines
Gewerbegebietes und der Ansiedlung mehrerer Betriebe konnten etwa 100 neue
Arbeitsplätze geschaffen werden. |
Mitten in Stegelitz steht die aus dem 12.
Jahrhundert stammende Kirche St. Petri. Ihre Mauern stehen also schon seit der
Zeit Barbarossa. Das Bauwerk ist ein einschiffiger und spätromansicher
Feldsteinbau, dem vermutlich Anfang des 19. Jahrhunderts ein Fachwerkturm
aufgesetzt wurde. Die gesamte Innenausstattung trägt den Stempel des alten Kirchenpatrons Werner von Wulffen auf Pietzpuhl. Dieser hatte Altar, Kanzel und
Taufbecken gestiftet. Doch das Glanzstück der Kirche ist die Hartmann-Orgel aus
dem Jahre 1748. Sie ist im reinsten Rokokostil gehalten und steht unter
Denkmalschutz.
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