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Geschichte Ferchland

Die Kirche in Ferchland wurde an Stelle eines gefährdeten romanischen Baus, der am Steilufer der Elbe stand, errichtet.

Am 4. Dezember 1302 wurde der Ort Ferchland erstmalig urkundlich erwähnt, auch wenn Funde von Scherbenmaterial den Beweis erbringen, dass bereits um 1150 die jetzige Elbstraße beiderseits besiedelt war. Ausgehend von diesem ältesten Zeitzeugen entwickelte sich bis zur nächsten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1376 Ferchland so schnell, dass in dieser Zeit bereits von zwei Hälften des Ortes berichtet wird. Zu diesem Zeitpunkt waren in Ferchland der Rittersitz von Rauneberg, der Rittersitz des Henning von Barby und die dicht am Steilufer der EIbe liegende erste Kirche. Die Reformation von 1562 bis 1564 verlief im Jerichower Land ohne Erschütterungen und Gewalttätigkeiten. Ein Protokoll dieser Zeit belegt die Abgaben der bestehenden 29 Hauswirte und der zwei Junker an die Kirche, auf Anordnung des Erzbischofs Siegmund. Aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges ist über das Schicksal des Ortes sowie über seine Einwohner/innen nichts bekannt. Die Elbfähre wird erstmals 1722 erwähnt, von 1729 bis 1730 der Bau der neuen Kirche. Als Standort wurde der Nordostausgang des alten Dorfes gewählt. In alter Fachwerkbauweise wurde die Kirche in selten anzutreffender Kreuzform errichtet. Unterhalb der Wetterfahne wurde eine eiserne Krone angebracht, die als Wahrzeichen des königlichen Patronates galt. Die Geschichte der Feuerwehr ist laut vorliegender Verordnungen ins Jahr 1754 zurück zu verfolgen. Die Ortschronik verzeichnet im Jahr 1783 einen Anstieg der Todesfälle. Auslöser hierfür waren Pocken, Fleckfieber und Ruhr bei Kleinkindern. Todesursachen durch die Pest sind in Ferchland nicht bekannt. Im Jahr 1820 verfügte Ferchland über ein königliches Forsthaus, zwei Krüge im Dorf, eine Schiffsmühle, zwei Windmühlen, ein Fährhaus an der Fährstelle, 59 Wohnhäuser und 333 Einwohner/innen. Vereinsgründungen gehen ins Jahr 1870/1871 zurück. Neben politischen Parteien bildete sich am 5. Januar 1898 der Schiffsverein Eintracht", der sich 1945 wieder auflöste. Der Turnverein .Deutsche Turnerschaft" wurde 1895 gegründet, der Handwerkerverein Deutsches Haus" im Jahr 1902. Die Errichtung der Kleinbahnstrecke und der Bau der Teilstrecke Güsen ? Jerichow im Jahr 1925 stellte für die Bewohner/innen Ferchlands einen wichtigen Bestandteil für die Fortbewegung dar. Als Voraussetzung für ein unterirdisches, Treibstofflager, dass im Jahr 1939 gebaut wurde, errichtete die Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft mbH Berlin (Wifo) 1935 eine Wohnsiedlung für Arbeiter/innen und Beamt(inn)en auf dem Galgenberg am Steilufer der Elbe. Auch der Feuerlöschteich ist in dieser Zeit entstanden. Im Jahr 1945 begann die Bodenreform in der damaligen sowjetischen Besatzungszone. In Ferchland erhielten 66 Einwohner/innen Ackerland, Wiesen und Wald zur weiteren Nutzung.